Miriam

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Warum ist das Rad für Dich eine Alternative zum Auto? 

Es ist umweltschonend, günstiger und gesünder, da ich mich bewege und an der frischen Luft bin. Außerdem ist es häufig praktischer, weil man auch durch Straßen fahren kann, die für Autos gesperrt sind, keinen Parkplatz suchen und kein Parkticket lösen muss. Bei Kurzstrecken unter 10 Kilometer dauert es meistens auch nicht viel länger, zudem geht der Automotor schneller kaputt, wenn man häufig Kurzstrecken fährt.

Wie oft in der Woche fährst du Rad und wohin?

Fast jeden Tag. Zum Kindergarten, zur Schule, zum Einkaufen und zur Arbeit und zu Freizeitaktivitäten in der näheren Umgebung.

Was für Auswirkungen spürst du?

Ich fühle mich ausgeglichener und zufriedener. Außerdem spart es wirklich viel Geld, das sonst für Benzin draufgehen würde.

Was bemerkt man auf dem Sattel, das einem hinterm Steuer entgeht?

Ich nehme viel mehr von der Natur wahr, auch interessante Häuser oder Menschen. Geräusche und Gerüche sind intensiver (manchmal ist das auch gar nicht schön, wenn man zum Beispiel hinter einem Zweitaktroller herfährt). Besonders fällt es mir auf, wenn ich abends nach Hause fahre. Dann muss ich durch eine Senke mit einem kleinen Bach und Pferdeweiden. Da fahre ich häufig mit mehr als 30 km/h runter und die Temperatur sinkt innerhalb von 200 Metern um mehrere Grad. Das fasziniert mich jedes Mal.

Fahrrad oder Auto – wie wird deiner Meinung nach die Zukunft aussehen?

Ich hoffe und wünsche mir, dass viel mehr Menschen für kurze Strecken aufs Rad steigen. Und dass die Städteplaner darauf Rücksicht nehmen. Autos wird es sicherlich noch sehr lange geben, weil das ganze öffentliche Leben darauf ausgerichtet ist. Aber ich denke, es findet jetzt schon langsam ein Wandel statt, der sich hoffentlich fortsetzen wird. Für mich ist das Fahrrad jedenfalls DAS Verkehrsmittel für den zukünftigen Individualverkehr.

Was ist deine früheste Erinnerung ans Fahrradfahren?

Als ich mit etwa vier Jahren Fahrradfahren lernte, hat mein Papa mich immer hinten am Sattel festgehalten, damit ich nicht umkippe. Ich hatte sofort total Panik, wenn er mal losgelassen hat. Aber irgendwann bin ich dann mitten in eine tiefe, mehrere Meter durchmessende Pfütze gefahren. Mein Vater hat natürlich losgelassen. Und ich hab Panik bekommen. Aber dann ist mir klargeworden, dass ich jetzt auf keinen Fall umkippen sollte, weil ich dann mitten in der tiefen Pfütze liege. Also hab ich gestrampelt. Und dann konnte ich es auf einmal, dann musste mein Papa mich nicht mehr festhalten.

Welchem Prominenten würdest du das Radfahren empfehlen und warum?
Eigentlich sämtlichen amerikanischen Schauspielern, um Vorbild zu sein, dort fahren einfach viel zu wenige Menschen Fahrrad. In Amerika sind die alltäglichen Strecken häufig länger als in Deutschland, aber es gibt ja Pedelecs…

Guckst du manchmal die Tour de France?

Nein, ich schaue überhaupt keinen Radsport, das interessiert mich nicht. Für mich persönlich ist Fahrradfahren auch kein Sport, ich mache keine Radtouren zum Vergnügen. Ich nutze das Fahrrad, um von A nach B zu kommen.

Wie würdest du einem Kind den Klimawandel erklären?
Das musste ich schon, ich habe meine Tochter auch schon zur „Fridays for Future“-Demo begleitet. Meinem Fünfjährigen erkläre ich es ungefähr so: Der Mensch nutzt die Erde zu sehr aus. Er verschmutzt mit Benzin und Öl die Luft und mit Plastik das Meer. Weil der Mensch es bequem haben will, macht er die Erde kaputt. Und die wird krank und kriegt Fieber. Und deshalb wird es hier sehr heiß und stürmisch und ungemütlich.

Hast du schon mal versucht, deine Freunde und Familie zum Radfahren zu bewegen?
Ja, teilweise auch sehr erfolgreich. Aber weniger dadurch, dass ich belehre und überrede, sondern indem ich es vormache.

Kannst du einen Reifen flicken?
Nein. Ich kann ehrlich gesagt überhaupt gar nichts am Fahrrad reparieren. Aber ich musste es auch nie, mein Mann kann das sehr gut. Wenn ich ihn nicht hätte, würde ich es vermutlich lernen.

Welcher Typ Autofahrer nervt dich am meisten?
Diejenigen, die glauben, sie müssten mich belehren. Die fahren dann gerne ganz dicht an mir vorbei, egal ob ich mit oder ohne Kinder unterwegs bin. Oder überholen ganz knapp, um dann voll in die Eisen zu gehen und abzubiegen. Ich wurde auch schon angehupt von Autofahrern, die direkt neben mir waren – zum Beispiel, weil ich meine Tochter auf der Straße hab neben mir fahren lassen, als der Gehweg gesperrt war.

Glaubst du, Greta Thunberg fährt viel Rad?
Keine Ahnung, sie wird aber vermutlich eine umweltschonende Fortbewegungsart nutzen.

Trägst du immer einen Helm?
Fast immer. Manchmal vergesse ich ihn, aber dann fühle ich mich tatsächlich unwohl, so als hätte ich im Auto vergessen, mich anzuschnallen. Die Kinder tragen aber immer, wirklich immer Helm, ohne fahren wir nicht los.

Gibt es etwas, was dir noch einfällt oder du noch loswerden willst?
Ich möchte darauf hinweisen, dass Erwachsene auf dem Gehweg fahren dürfen, wenn sie ein bis zu acht Jahre altes Kind begleiten. Und dass Kinder bis acht Jahre auf dem Gehweg fahren MÜSSEN. Ich hatte schon mehrere sehr unschöne Begegnungen mit Fußgängern, die der Meinung waren, sie müssten mich und meine Kinder zurechtweisen, bepöbeln oder uns/ihnen den Weg verstellen. Meine Tochter ist sogar mal ins Gebüsch gefallen, weil zwei ältere Frauen nebeneinander den Gehweg versperrt haben. Nicht mal als das passierte, haben die Frauen in irgendeiner Weise Bedauern gezeigt oder auf meinen zunächst höflichen und dann etwas energischeren Hinweis reagiert, dass das Kind auf dem Gehweg fahren MUSS. Eine andere ältere Frau hat meinen fünfjährigen Sohn, der mit einem behindertengerechten Dreirad fährt, zum Anhalten gezwungen, weil sie nicht auf die Straße bzw. auf den Grünstreifen ausweichen wollte (in einer 30-Zone) und hat mich dabei die ganze Zeit bepöbelt. Solche Situationen sind für die Kinder ziemlich verstörend und leider nicht selten.

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